Grundlagen06.09.20268 Min. Lesezeit

Offerte Muster: zwei vollständige Beispiele zum Abschauen

Zwei ausformulierte Offerten-Beispiele — eine Handwerksofferte mit Positionen und eine Dienstleistungsofferte mit Pauschale. Mit Erklärung, warum jede Zeile so formuliert ist.

Vorlagen zeigen die Felder, Muster zeigen die Formulierungen. Hier sind zwei vollständige Offerten in Textform: eine klassische Handwerksofferte mit Positionen und eine Dienstleistungsofferte mit Pauschale. Beide sind so geschrieben, wie sie beim Kunden ankommen sollten — mit Kommentaren dazu, warum die jeweilige Formulierung gewählt wurde.

Muster 1: Handwerksofferte mit Positionen

Kopf und Einstieg

Muster Malerbetrieb GmbH, Werkstrasse 8, 3000 Bern · MwSt.-Nr. CHE-123.456.789 — an Frau Andrea Muster, Musterstrasse 12, 3000 Bern. Bern, 8. September 2026 · Offerte OFF-2026-0042. Betreff: Malerarbeiten Wohnung Musterstrasse 12, 3. OG. «Guten Tag Frau Muster, vielen Dank für Ihre Anfrage und die Besichtigung vom 3. September 2026. Gerne unterbreiten wir Ihnen die folgende Offerte für die besprochenen Malerarbeiten.»

Positionen

Pos. 1 — Abdecken und Abkleben von Böden, Fenstern und Einbauten, 1 Pauschal, CHF 280.00. Pos. 2 — Wände Wohn- und Schlafzimmer zweimal streichen, Dispersion weiss matt, 86.00 m2 à CHF 18.50, CHF 1591.00. Pos. 3 — Decken zweimal streichen, 44.00 m2 à CHF 21.00, CHF 924.00. Pos. 4 — Fensterrahmen und Türzargen lackieren, weiss seidenmatt, 12 Stk. à CHF 95.00, CHF 1140.00. Pos. 5 — Endreinigung Arbeitsbereich, 1 Pauschal, CHF 180.00.

Summen und Konditionen

Zwischensumme CHF 4115.00 · MwSt. 8.1 % CHF 333.32 · Gesamttotal CHF 4448.32. «Diese Offerte ist gültig bis am 8. Oktober 2026. Ausführung nach Absprache, voraussichtlich in Kalenderwoche 42, Dauer rund drei Arbeitstage. Zahlung 30 Tage netto. Nicht enthalten: Ausbesserungen am Untergrund über normalen Spachtelaufwand hinaus sowie das Verschieben von Möbeln; beides wird nach Aufwand zu CHF 95.00 pro Stunde verrechnet.»

Was dieses Muster gut macht: Jede Position nennt Material und Umfang, die Mengen sind nachvollziehbar, die Ausschlüsse sind konkret statt allgemein, und der Stundenansatz für Zusatzarbeiten steht bereits drin — so entsteht auf der Baustelle keine Preisdiskussion.

Muster 2: Dienstleistungsofferte mit Pauschale

Leistungsbeschrieb und Preis

Betreff: Unterhaltsreinigung Bürogeschoss, Offerte OFF-2026-0051. «Gerne offerieren wir Ihnen die wöchentliche Unterhaltsreinigung Ihrer Büroräume gemäss Besichtigung vom 2. September 2026.» Leistungsumfang: Reinigung Büroflächen 240 m2, zwei Sitzungszimmer, Küche und zwei Nasszellen; einmal wöchentlich, jeweils freitags nach 17 Uhr; inklusive Verbrauchsmaterial für Nasszellen. Preis: CHF 380.00 pro Einsatz, exkl. MwSt. 8.1 %. Bei 52 Einsätzen pro Jahr: CHF 19760.00 exkl. MwSt.

Konditionen Dienstleistung

«Vertragsbeginn nach Absprache, Kündigungsfrist drei Monate auf Monatsende. Grundreinigungen, Fensterreinigung aussen und Sonderreinigungen sind nicht enthalten und werden separat offeriert. Diese Offerte ist gültig bis am 6. Oktober 2026.»

Bei wiederkehrenden Leistungen ist die entscheidende Zusatzangabe der Jahreswert. Der Kunde vergleicht Angebote fast immer über den Gesamtbetrag — wer nur den Einsatzpreis nennt, wird gegen einen scheinbar günstigeren Mitbewerber verglichen, der pro Monat abrechnet.

Drei Formulierungen, die immer funktionieren

  • Bezug herstellen: «Vielen Dank für Ihre Anfrage vom 3. September und das Gespräch vor Ort.»
  • Ausschluss benennen, ohne abweisend zu klingen: «Nicht enthalten sind Entsorgungsgebühren Dritter; wir stellen diese nach Beleg in Rechnung.»
  • Nächsten Schritt setzen: «Für die Annahme genügt eine kurze Rückmeldung — offene Punkte bespreche ich gerne vorab mit Ihnen.»

So macht es Offerten.app

Beide Muster sind in Offerten.app in wenigen Minuten gebaut: Positionen kommen aus dem Katalog, Standardtexte und Ausschlüsse sind hinterlegt, Summen und MwSt. rechnet das System. Der Kunde bekommt PDF und Kundenlink und kann online annehmen.

Häufige Fragen

Wie formuliere ich eine Offerte?

Sachlich und konkret: Bezug auf die Anfrage im Einstieg, Positionen mit Material und Umfang, klar benannte Ausschlüsse, Gültigkeitsdatum und ein Abschlusssatz mit dem nächsten Schritt.

Wie viele Positionen sollte eine Offerte haben?

Für die meisten Aufträge fünf bis fünfzehn. Weniger macht die Offerte unvergleichbar, mehr macht sie unlesbar. Entscheidend ist, dass der Kunde die grossen Kostenblöcke einzeln sieht.

Soll ich bei wiederkehrenden Leistungen den Jahrespreis nennen?

Ja. Kunden vergleichen über den Gesamtbetrag. Wer nur den Preis pro Einsatz nennt, wird mit Angeboten verglichen, die anders gerechnet sind.

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