Branchen02.09.20267 Min. Lesezeit

Offerte für Malerarbeiten erstellen: Positionen, Preise und ein Beispiel

Wie kalkulieren und strukturieren Maler ihre Offerten? Typische Positionen, sinnvolle Einheiten, Umgang mit Untergrund-Risiken — und eine Beispielofferte für ein Wohnzimmer.

Malerarbeiten gehören zu den am häufigsten offerierten Handwerksleistungen — und zu denen mit dem härtesten Vergleichsdruck: Privatkunden holen fast immer mehrere Offerten ein. Umso wichtiger, dass Ihre Offerte zwei Dinge leistet: Sie muss nachvollziehbar sein (sonst zählt nur der Endpreis) und sie muss Sie gegen böse Überraschungen absichern (Stichwort Untergrund). So bauen Sie sie auf.

Die Struktur: nach Räumen oder nach Arbeitsgängen?

Beides ist verbreitet. Bei kleineren Aufträgen (einzelne Räume) hat sich die Gliederung nach Räumen bewährt: «Wohnzimmer», «Schlafzimmer», «Flur» — der Kunde findet sich sofort zurecht und kann einzelne Räume streichen lassen oder weglassen. Bei grösseren Objekten gliedern viele Betriebe nach Arbeitsgängen: Abdecken, Vorarbeiten, Grundierung, Anstriche, Nacharbeiten. Wichtig ist nur: ein System, konsequent durchgezogen.

Typische Positionen einer Maler-Offerte

  • Abdeck- und Schutzarbeiten (pauschal oder nach Aufwand): Böden, Fenster, Möbel.
  • Vorarbeiten (m² oder Aufwand): Löcher und Risse spachteln, schleifen, Altanstrich anlaugen.
  • Grundierung (m²): je nach Untergrund — auf Neuputz und sanierten Flächen einplanen.
  • Wand- und Deckenanstrich (m², Anzahl Anstriche angeben!): der Kern der Offerte.
  • Lackarbeiten an Türen, Rahmen, Heizkörpern (Stück oder Laufmeter).
  • Material: entweder in die m²-Preise eingerechnet oder als eigene Position — beides ist üblich, aber schreiben Sie hin, was gilt.
  • Endreinigung und Abtransport (pauschal).

Der häufigste Streitpunkt ist die Anzahl der Anstriche. «Wände streichen» kann einen oder zwei Anstriche bedeuten — bei kräftigen Farbwechseln auch drei. Schreiben Sie es explizit in die Position («zweimaliger Anstrich mit Dispersionsfarbe, Farbton nach Wahl») und ergänzen Sie eine Klausel für Mehranstriche bei extremen Farbwechseln.

Der Untergrund: Ihr grösstes Risiko

Was unter der Tapete oder dem Altanstrich steckt, sieht man oft erst auf der Leiter. Kalkulieren Sie deshalb nie «blind» vom Grundriss: Besichtigen Sie, prüfen Sie den Untergrund stichprobenartig — und sichern Sie den Rest über eine klar gekennzeichnete Aufwandsposition ab: «Zusätzliche Untergrundvorbereitung bei nicht erkennbaren Schäden nach Aufwand, Stundenansatz CHF 95». Das ist ehrlich, schützt Ihre Marge und wirkt professioneller als ein pauschaler Risikozuschlag, den der Kunde nicht versteht.

Beispielofferte: Wohnzimmer, 28 m² Grundfläche

OFF-2026-0057 — Wohnzimmer streichen (Beispiel mit fiktiven Preisen)

Pos. 1: Abdecken und Schutz von Boden und Möbeln, pauschal — CHF 180.00. Pos. 2: Vorarbeiten: Spachteln kleinerer Schadstellen, schleifen, ca. 74 m² Wand/Decke — CHF 290.00. Pos. 3: Zweimaliger Anstrich Wände mit Dispersionsfarbe weiss, 52 m² à CHF 14.50 — CHF 754.00. Pos. 4: Zweimaliger Anstrich Decke, 28 m² à CHF 16.00 — CHF 448.00. Pos. 5: Endreinigung und Entsorgung, pauschal — CHF 120.00. Zwischensumme CHF 1792.00, MwSt. 8.1 % CHF 145.15, Gesamtbetrag CHF 1937.15. Zusatzklausel: Nicht erkennbare Untergrundschäden werden nach Aufwand verrechnet (CHF 95/Std.) und vorgängig gemeldet.

Die Preise im Beispiel sind bewusst fiktiv — Ihre Kalkulation hängt von Region, Betrieb und Objekt ab. Entscheidend ist die Struktur: Der Kunde sieht genau, wofür er bezahlt, kann Positionen nachvollziehen und vergleichen — und Ihre Offerte gewinnt gegen den Einzeiler «Malerarbeiten pauschal CHF 1900» in fast jedem direkten Vergleich.

Effizienz: Ihre Positionen sind immer dieselben

Das Schöne am Malerhandwerk aus Offerten-Sicht: Die Positionsarten wiederholen sich. Abdecken, Vorarbeiten, Grundierung, Anstrich pro m², Lackarbeiten, Reinigung — wer diese Standardpositionen einmal mit Preisen hinterlegt, stellt jede neue Offerte in Minuten zusammen: Positionen anklicken, Flächen eintragen, fertig. Die Kalkulation steckt dann in der Pflege Ihrer m²-Preise, nicht mehr in jeder einzelnen Offerte.

So macht es Offerten.app

Im Leistungskatalog von Offerten.app hinterlegen Sie Ihre Malerpositionen einmal — mit Einheit (m², Stück, pauschal, Stunden), Preis und MwSt.-Satz. Jede Offerte entsteht per Klick daraus, rechnet automatisch und geht mit PDF und Kundenlink raus. 14 Tage kostenlos testbar.

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